Ein Viertel voller Leben – Experteninterview mit Alicia Scheffler

Das Stadtquartier le flair im Herzen von Düsseldorf benutzt die ANIMUS Software, um den 1600 App-Nutzern den bestmöglichen Service bieten zu können. Auf dem Gelände befinden sich circa 1000 Wohnungen, sowie eine Parkanlange, Restaurants, Cafés, ein Service-Point und eine Kindertagesstädte. Die ANIMUS App wird verwendet, um die Kommunikation zu fördern, Services anzubieten und die Verwaltung zu vereinfachen. Die Nutzer können Nachrichten untereinander austauschen, Events und Feste mit der Gemeinschaft teilen, Dinge auf die Pinnwand posten, Challenges organisieren und antreten und den Service-Point im Quartier auch digital einbinden, um z.B. Pakete annehmen zu lassen und Wäsche zu waschen. Wir haben mit Alicia Scheffler, Digitalisierungsexpertin der 3KOMMA1, gesprochen und sie über Vorteile und Hürden bei der Umsetzung des Projektes sowie über zukünftige Pläne befragt. Die 3KOMMA1 betreibt den Service-Point mitten im Quartier und verwaltet mehrere Baufelder des le flair.

Frau Scheffler, das le flair wird als „Viertel voller Leben“ beschrieben, woher stammt dieser Name?

Das Viertel le flair im Herzen von Pempelfort ist allein aufgrund seiner Infrastruktur ein sehr lebendiges Viertel. Die Nähe zur Innenstadt von Düsseldorf, die Anbindung zum Flughafen und die Ausstattung mit einem Service-Point, drei Kitas, Supermarkt, Friseur, Restaurant und einem Café machen das Viertel sehr beliebt. Im Grunde liegt vieles direkt um die Ecke und die Bewohner schätzen diese Nähe zu Ihren Wohnungen sehr.

Wer ist die Zielgruppe? Erzählen Sie uns ein bisschen mehr über die Menschen, die im Quartier wohnen.

Bei uns im Quartier wohnen ganz verschiedene Menschen, die das Quartier aber zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen lassen. Im le flair wohnen alte und junge Menschen Tür an Tür – Eigentümer sowie Mieter. Hier wohnen viele junge Familien, die es aufgrund der Infrastruktur und der sicheren Umgebung ins le flair zieht. Daher sieht man hier oft Kinder in den Innenhöfen spielen. Aber auch bei berufstätigen Singles sind die Wohnungen sehr beliebt, da sie modern geschnitten sind und die meisten mit Tiefgaragen-Stellplatz vermietet werden.

Was ist das Angebot an Services und wie werden sie angenommen? Bietet dies einen wirklichen Mehrwert?

Wir bieten einen Rundum-sorglos-Service für alle Bewohner an. Dieser Service beinhaltet die Nutzung einer Quartiersapp zur Vernetzung untereinander, Vermittlung von mehreren wohnbegleitenden Dienstleistungen wie z.B. Wäsche- und Handwerkerservice, Wohnungs- und Fensterreinigung, aber auch die Betreuung der Wohnung oder Kleintiere während einer Reise. Zudem bieten wir den Kunden einen kostenlosen Paketservice an, die Vermietung von Gästeapartments sowie Konferenz- und Veranstaltungsräumlichkeiten. Diese individuellen Services sind sehr beliebt bei unseren Bewohnern, da Sie Ihnen das Wichtigste in der heutigen Zeit schenken: Zeit.

Welche Vorteile bietet die digitale Nachbarschaft in Bezug auf die Eingliederung in den Stadtteil Pempelfort?

Durch unser Quartiersnetzwerk können wir auch unsere regionalen Kooperationspartner einbinden. Die Speisekarten und Öffnungszeiten umliegender Restaurants und Cafés können unsere Bewohner auf einen Blick in ihrer App einsehen. Zudem bieten wir durch Kooperationen mit lokalen Fitnessstudios, Personal Trainern, regionalen Zeitungen oder Online-Blumenhändlern immer exklusive Angebote für unsere Bewohner an.

Auf Ihrer Internetseite ist der Slogan „Gelebte Nachbarschaft entsteht da, wo Menschen sich austauschen können“ zu finden. Wo findet dieser Austausch „offline“ statt?

Im Herzen des Quartiers haben wir einen Service-Point, welcher auch gerne als Seele des Quartiers bezeichnet wird. Hier kommen die Menschen aus der Nachbarschaft zusammen, können ihre Pakete oder Wäsche bringen und abholen und unsere Services auch direkt bei den Kolleginnen und Kollegen offline buchen.

Wie wurde das Konzept der digitalen Nachbarschaft im Viertel angenommen?

Wir hatten anfangs etwas Schwierigkeiten unseren Bewohnern auch den Mehrwert der digitalen Vernetzung nahe zu bringen. Wenn Menschen vor Ort sind, ist es immer komfortabler und persönlicher, sich direkt auszutauschen. Da wir aber immer weiter an digitalen Lösungen für unsere Kunden arbeiten, hat sich mittlerweile eine funktionierende Symbiose aus digitaler und persönlicher Nachbarschaft gebildet. Die Kunden erreichen uns digital rund um die Uhr, was wir natürlich über die Öffnungszeiten unseres Service-Points nicht abdecken können. Das bietet einen großen Mehrwert für die Bearbeitung von Kundenanfragen und der Bewohner kann über die App immer in Echtzeit den Bearbeitungsstatus seiner Anfrage verfolgen.

Auf welche Herausforderungen sind Sie bezüglich der Projektumsetzung einer digitalen Nachbarschaft gestoßen? Was waren die größten Aufgaben, die Sie bei der Umsetzung der Services hatten?

Das Thema Digitalisierung verbinden viele Menschen mit dem Abbau von Personal. Da aber unser Service-Point mitten im Quartier liegt, gehören unsere Servicemitarbeiter fest zur Nachbarschaft. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist gar nicht unser Ziel. Durch unsere Quartiersapp wurde unseren Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsalltag erleichtert – und somit haben wir auch mehr Zeit für unsere Bewohner. Die transparente Verarbeitung von Buchungen, die Rechnungsstellung und die Kommunikation mit den Kunden kann bei uns auf digitalem Wege stattfinden, muss sie aber nicht. Das verstehen und nutzen unsere Kunden auch.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach das le flair weiterentwickeln?

Ich denke hier im Quartier ist noch unglaublich viel Potential für nachbarschaftliches Miteinander. Mama-Treffen oder gemeinsam Sport im Freien ist bereits Alltag in der Nachbarschaft. Was für mich aber auch sehr interessant ist, ist die Einbindung und Unterstützung von älteren Menschen, die hier wohnen. Viele Bewohner haben eine Wohnung gekauft, weil Sie die Lage und Ausstattung auch im hohen Alter schätzen. In einem Viertel in dem man sowohl digital als auch ganz persönlich vernetzt ist, ist besonders die Entwicklung der Community für die Zukunft spannend.

Ist es sinnvoll, eine Nachbarschaft mithilfe einer Software online zu verwalten, oder sollte man es doch lieber offline abhandeln?

Sowohl als auch. Eigentümerversammlungen beispielsweise können Sie nicht online stattfinden lassen. Aber für ein transparentes Ticketsystem bezüglich Beschwerden-Management, einer digitalen Wohnungsakte der Bewohner oder der gezielten Kommunikation unserer Verwaltung via Push-Benachrichtigung eignet sich die App sehr gut.

Glauben Sie, dass in 20 Jahren überhaupt noch nicht-digitale Nachbarschaften existieren werden?

Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Wir merken es ja jeden Tag, auch in unseren anderen Quartieren, dass es die Bewohner immer mehr in die Apps zieht. Nichtsdestotrotz wird das persönliche Miteinander das wichtigste „Vernetzungstool“ bleiben. Unsere App erleichtert aber den Einstieg in die Community ungemein.

Wir bedanken uns bei Alicia Scheffler für das spannende Interview.

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