Micro-Living – Eine Antwort auf den urbanen Wohnungsmangel?

Der Wohnraum im Stadtzentrum wird knapp, die Quadratmeterpreise steigen weiter an – viele Städter können sich die immens hohen Mietpreise nicht mehr leisten und ziehen deshalb an den Stadtrand oder zumindest in weniger zentrumsnahe Gebiete, in denen Wohnraum bezahlbar ist. Diese „Flucht“ hat zur Folge, dass das Verkehrsaufkommen innerhalb der Städte aufgrund der weiterhin anwachsenden Pendlerzahlen steigt. Eine Lösung des Problems bietet das Modell des Micro-Wohnens.

Japan und die USA machten es bereits vor, die Bundesrepublik zieht nun nach – wohnen auf engstem Raum, in sogenannten Micro-Appartements, deren Quadratmeterzahl sich auf 20-35 qm beläuft, liegt im Trend. Dieser Trend entstand mehr oder weniger aus der Not heraus. Aufgrund des Platzmangels musste eine Lösung her, die zumindest für bestimmte Zielgruppen (Studenten, Berufseinsteiger aber auch Senioren) bezahlbaren Wohnraum in zentraler Lage bietet.

Mit diesem Ansatz, den Wohnraummangel in urbanen Gebieten zukünftig den Kampf anzusagen, beschäftigen sich Immobilienunternehmen bereits seit ein paar Jahren intensiv. Die Herausforderung der Projektentwickler ist es, sowohl privaten, als auch öffentlichen Raum so effizient wie nur möglich für die Bewohner nutzbar zu machen, ohne dabei die Lebensqualität jener einzuschränken.

Allein in Düsseldorf sind von den 355.000 Haushalten in der Stadt fast 193.000 Ein-Personen-Haushalte. Hier und auch in anderen deutschen Städten entsteht so ein neues Investitionspotential für den Real Estate Sektor. Nicht nur Projektentwickler, sondern auch Innenarchitekten sind hier gefordert, ein multifunktionales Raumkonzept für Micro-Appartements zu entwickeln. Die Idee dahinter ist, auf kleinstem Raum, Wohnungen zu errichten, die mit kreativen Lösungen den vorhandenen Platz maximal ausnutzen. So verschwindet beispielsweise das Bett im Handumdrehen im Schrank, der Esstisch wird auf der anderen Seite ausgeklappt. Es entsteht neuer Raum um beispielsweise mit Freunden zu Essen.

Das Potential von Micro-Living ist noch lange nicht ausgeschöpft. So prognostiziert das statistische Bundesamt bis 2030 den Anteil von Singlewohnungen an den gesamtdeutschen Haushalten mit 44 Prozent.