Ratgeber Mehrgenerationenwohnen: Worauf bei der Umsetzung geachtet werden muss

Generationsübergreifendes Wohnen – Wir haben uns dieses Quartal bereits ausführlich mit diesem Wohnkonzept beschäftigt. Zur Erinnerung: vom generationsübergreifenden Wohnen, oder auch Mehrgenerationenwohnen, spricht man, wenn Menschen verschiedener Generationen gemeinsam unter einem Dach oder in einem Quartier wohnen. Im Folgenden soll das Mehrgenerationenwohnen in einem Quartier genauer thematisiert werden.

Nur weil von verschiedenen Generationen die Rede ist, heißt dies jedoch nicht, dass auch alle miteinander verwandt sein müssen – ganz und gar nicht! Vielmehr ist hier die Rede von einem familienübergreifenden Wohnen, quasi einer Wahlverwandtschaft.

Der Anteil an alleinstehenden Senioren ohne Familienangehörige wächst zunehmend. Damit einher kommt aber auch das Risiko auf eine Altersdepression oder das Gefühl der Einsamkeit.

Genau hier kommt dann das Wohnkonzept des Mehrgenerationenwohnen ins Spiel. Richtig umgesetzt, können so unterschiedliche Generationen ihre eigenen Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung umsetzen und es entsteht eine neue Form der Gemeinschaft.

Doch diese neue Form bringt auch gewisse Schwierigkeiten mit sich. Mehrgenerationenwohnen ist ein Gewöhnungs- und Lernprozess. Oft sind sich die Menschen vorher noch nicht begegnet und müssen sich erst einmal kennenlernen. Erst dann kann über ein Mehrgenerationenwohnen entschieden werden. Wurde sich für dieses Konzept des Wohnens entschieden, müssen im nächsten Schritt die Interessen und Bedürfnisse der Generationen vereint werden. Erleichtern kann man dies durch ein gutes Umsetzungskonzept. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die 3 wichtigsten Punkte auf, die bei einer gelungenen Umsetzung helfen:

1. Wohnraum schaffen

Ältere Menschen verbringen meist viel mehr Zeit in ihren Wohnungen, als jüngere. Besonders junge Familien präferieren Wohnungen, die familiengerecht und in einer kinderfreundlichen Infrastruktur eingebettet sind. Außerdem dürfen vorhandene Arbeitsplätze nicht fehlen. Für Senioren müssen Wohnungen dagegen in erster Linie eines sein: barrierefrei und altengerecht.

Damit beide Ansprüche dennoch erfüllt werden können, bietet es sich an, die Gestaltung des Quartiers sorgfältig zu planen. Um mögliches Konfliktpotential einzudämmen, sollten eigene Bereiche und Wohnungen geschaffen werden. So kann das nötige Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz bewahrt werden. Die Gestaltung des sozialen, als auch die des räumlichen Umfeldes, kann dabei durch die Nachbarschaft vorgenommen werden.

2. Begegnungen schaffen

Jung und Alt haben außerhalb des Familienkreises recht wenig Berührungspunkte – hier wirkt das Konzept des Mehrgenerationenwohnen entgegen. Demnach müssen Räume geschaffen werden, in denen sich die verschiedenen Generationen in ihren unterschiedlichen Lebensphasen treffen können. Erst dann kann eine familienübergreifende Gemeinschaft funktionieren.

Solche Begegnungsstätten können beispielsweise Gemeinschaftsräume, Gärten, Parks, Terrassen, Eingangshallen oder große Flurbereiche sein. Wichtig ist, dass diese zentral gelegen sind und von jeder Altersgruppe gut zu erreichen sind.

3. Soziales Miteinander schaffen

Der Hauptgrund, weshalb Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen miteinander leben wollen, ist die erhoffte gegenseitige Unterstützung. Junge Familien profitieren von Senioren, da diese zum Beispiel in der Kinderbetreuung mithelfen können. Der Alltag wird im hohen Alter nicht gerade leichter und an Pflegedienstleistungen führt manchmal kein Weg dran vorbei. Doch besonders hier kann das Konzept des Mehrgenerationenwohnen Abhilfe leisten. Es geht darum, sich gegenseitig zu unterstützen und bei Alltagsaufgaben zu helfen. Jüngere Menschen können für die ältere Generation einkaufen gehen oder im Haushalt helfen. Durch diese Art der nachbarschaftlichen Unterstützung können vor allem kommunale Hilfedienste, aber auch Angehörige entlastet werden.

Durch das Einrichten von sozialen Diensten oder generellen Freizeitangeboten, wie das Bepflanzen des Gemeinschaftsgartens, entsteht das Gefühl einer funktionierenden, verlässlichen Gemeinschaft. Wichtig ist, dass es offene Veranstaltungsangebote gibt und diese wahrgenommen werden können. So können soziale Netzwerke erhalten und gefördert werden.

4. Zusammenhalt schaffen

Doch wie kann ich als Immobilienunternehmen die gelungene Umsetzung in meinen Quartieren garantieren? Neben der richtigen Planung des Objektes, bei dem an die oben genannten Dinge gedacht werden sollte, spielt auch die richtige Verwaltung und Organisation des Quartiers eine wichtige Rolle. Damit die Wahrnehmung der oben genannten Veranstaltungen, Hilfeanfragen oder Freizeitangebote auch den gewünschten Empfänger erreichen, müssen Wege gefunden werden, wie die Kommunikation weiter ausgebaut werden kann. Von digitalen Aushängen über einen digitalen Austausch bis hin zu digitalen Hilfeleistungen: die passende Software könnte der letzte Feinschliff für die gelungene Umsetzung des generationsübergreifenden Wohnens sein. Eine Quartierssoftware setzt genau hier an. Ein paar der Funktionen eigenen sich beispielsweise ausgezeichnet, um Verwaltung, Services und Kommunikation optimal zu bündeln und den Bewohnern zugänglich zu machen. So fördert die soziale Komponente den Austausch der Nutzer untereinander, durch beispielsweise eine digitale Pinnwand, Termine für bspw. Aktivitäten und persönliche Nachrichten. Das Verwaltungs-Modul beinhaltet administrative Themen wie Beanstandungsmanagement und Kommunikation mit den Mietern. Letztlich können eine Vielzahl von Dienstleistungen und Services, wie Wäsche-, Paket- oder Einkaufsservices in die Software eingebunden werden, die dem Nutzer den Alltag erleichtern.

Durch die frühzeitige Berücksichtigung der verschiedenen Bedürfnisse der unterschiedlichen Bewohner und die Integration eines effektiven Kommunikations- und Verwaltungstools, kann sichergestellt werden, dass der Zusammenhalt im Quartier sich in eine Heimat verwandelt.

Ein Gastbeitrag von Julia Dyga.